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SV Neuhausen-Offenberg e.V.

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Chronik

Erinnerungen und Legenden:

In 70 Jahren Vereinsgeschichte haben sich auch viele Episoden und Geschichten ereignet, von
denen man nicht so recht weiß, wo man sie in der Chronik unterbringen soll, die man aber doch nicht einfach vergessen will. Sie werden an den Stammtischen erzählt, wenn die älteren Vereinsmitglieder, die Männer der ersten Stunde, in ihren Erinnerungen kramen und plötzlich anfangen: „Woaßt as no, wia damals ...“. Vielleicht hat sich nicht alles genauso abgespielt, wie es 50, 40, 30 oder 20 Jahre später erzählt wird, vielleicht nehmen es auch die Fußballer nicht immer so genau mit der Wahrheit, wie die Fischer und Jäger, vielleicht täuscht sie auch nur ihr Gedächtnis. Auf jeden Fall wollten wir diese Geschichten auch aufheben und haben dieses Kapitel in unsere Chronik aufgenommen. Für den Fall, dass nicht alles so 100% stimmt, nichts für ungut.

 

Die Vereinsgründung 1950 war nicht ganz einfach, wie ein unbedarfter Mitbürger heute glauben mag. Der SV Neuhausen-Offenberg ist unter mittelschweren Geburtswehen zur Welt gekommen, und es gab auch Gegner der Vereinsgründung, wie sich der Knörich Manfred heute noch gut erinnern kann. So steht auch in der Chronik der Katholischen Landjugend, den Ausschnitt hat uns der Bäcker Rudi freundlicherweise zur Verfügung gestellt, 1949 zu lesen:

Der Sport wurde von uns zu spät in Angriff genommen. Er hätte längst in unser Programm eingebaut werden müssen. Inzwischen hat sich eine Schar von Sportlern, unter denen auch Verheiratete und Andersgläubige sind, zusammengeschlossen; sie wollen einen freien Sportverein gründen.

 

Die Verhandlungen um einen Fußballplatz mit dem Kloster Metten waren sehr schwierig und wären ohne die Hilfe des Gastwirtes Fritz Reithmeier, dem Vorgänger vom Zenger Rudl, wohl nicht erfolgreich gewesen. Da er das Klosterbier ausschenkte, konnte er seinen Einfluss beim damaligen Cälerar geltend machen. Eine Gruppe der Flüchtlingsjugend war ein weiterer wichtiger Geburtshelfer, aber die wesentlichen Antreiber waren zweifellos der Loibl Luck, der Nock Toni und der Kreß Rudi, ohne sie gäbe es den SVN heute vielleicht gar nicht, zumindest nicht seit 1950.

 

Gleich am Anfang unserer Vereinsgeschichte steht ein Diebstahl! Um das Material für die Fußballtore zu sparen, haben sich einige Mitglieder in der Gemeinde umgesehen und sind im Steinbruch und im gräflichen Wald fündig geworden. Der Steinbruch in Wolfstein, der damals dem Kargl Hans gehörte, hat die Eisenrohre geliefert und der gräfliche Wald das Holz. Die Sünder sind bei ihrem nächtlichen Ausflug auch vom Förster Stadler überrascht worden, haben aber wohl eine gute Ausrede gehabt; passiert ist ihnen nichts. Der Höppler Rudi hat die Tore dann zusammengebaut und sie zur allgemeinen Zufriedenheit ein paar Tage später auf der Klosterwiese aufgestellt.

 

Auf finanziellen Rosen waren die Fußballer und der Verein 1950 noch nicht gebettet, umso mehr Respekt verdient ihr Idealismus, mit dem sie die damaligen Schwierigkeiten überwanden. Am 01. Mai 1950 war man auf ein Pokalturnier in Lalling eingeladen, hatte aber natürlich kein Auto zur Verfügung. Was blieb ihnen anderes übrig, als mit dem Fahrrad nach Lalling und zurück zu fahren. Kaum vorstellbar, dass unsere 1. Mannschaft im Jahre 2000 diese Mühen auf sich nehmen würde.

 

Bei der Erstellung der Chronik fiel dem Verfasser ein überraschender Widerspruch auf. Die Zahl der Gründungsmitglieder beläuft sich auf 55, so steht es zumindest seit den früheren Jubiläen fest. Der erste Registerauszug erwähnt aber nur 38 Mitglieder. Woher diese Unstimmigkeit? Die Neuhausener waren immer schon sehr sparsam und deshalb haben sie dem Sportverband nur einen Teil der Mitglieder offiziell gemeldet, schließlich waren für sie Abgaben an den Dachverband zu entrichten und die wollte man selber behalten.

 

Die herrliche Rotbuche vor dem Rathaus verdankt ihr Leben einer Unstimmigkeit zwischen der Katholischen Landjugend und dem jungen SV Neuhausen-Offenberg. Als am 05.10.1952 die Landjugend auf dem Sportplatz eine Traktorweihe durchführen wollte, untersagte der damalige 1. Vorstand diese Feier, weil das Wetter miserabel war und er eine Schädigung des Platzes verhindern wollte. Darüber kam es zu einem kurzen Zerwürfnis zwischen den beiden Vereinen, das aber schließlich ein paar Wochen später bereinigt wurde. Damals fand beim Bürgermeister Vogl ein Gespräch zwischen den Beteiligten statt, an dessen versöhnlichen Ende Pfarrer Placidus Gößl vorschlug, zur Feier der Versöhnung beim Missionskreuz eine Rotbuche zu pflanzen. Und so geschah es auch und wir freuen uns heute über diesen herrlichen Baum.

 

Die Christbaumversteigerungen der 50er Jahre sahen etwas anders aus als heute. Erstens ersteigerte man noch weitgehend Dinge, die man im Leben wirklich brauchen konnte, wie Fahrradschläuche, Kaffeetassen oder Nachthaferl, und zweitens ging die Versteigerung amerikanisch vor sich, d.h. man steigerte mit Zehnerlbeträgen nach oben, und wer das letzte Zehnerl zahlte, gewann.

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